BRIDE-BAGUETTE – VS. – BACHELOR-FLADEN

Ein kulinarischer Junggesellinnen-/Junggesellenabschied

 

Unlängst haben wir hochzeitswillige Paare zu unserem ersten „My Local Wedding-Table“ in unsere Agentur MÜ12 eingeladen. Ziel dieses Abends war, den zukünftigen Bräuten und Bräutigamen die
Hochzeitstrends für 2019 zu präsentieren.

 

Wie gestalten wir denn das kulinarische Rahmenprogramm für diesen Abend, war die Frage im wöchentlichen MÜ12-Meeting. Lasst uns doch die Idee des kulinarischen Junggesellinnen-/Junggesellenabschieds wieder aufnehmen und daraus einen Trend kreieren. Die Idee zündete auf Anhieb. Wahrscheinlich motiviert durch die vielen wahrgenommenen Szenarien wie: Jägermeistergeschwängerte Männer in pinken Häschenkostümen  und grölende Ladies in der Fußgängerzone. Welches Bild poppt gerade bei dir auf, wenn du daran denkst? Bitte nicht missverstehen, das hat alles seinen Bestand und seine Richtigkeit. Es geht uns nur darum, Alternativen aufzuzeigen und mit Ideen zu spielen. Und so versetzten wir uns in diesem Meeting in folgende Lage:

Stellen wir uns mal vor, es ist der letzte Abend in vollkommen kulinarischer Freiheit. Wir könnten uns ein letztes Ma(h)l so richtig gehen lassen – bei der Belegung eines Baguetts/eines Fladenbrotes. Wir sind zum letzten Mal die absoluten Bestimmer. Die Nahrung nach der Hochzeit ist in der Regel ein kulinarischer Kompromiss – eine fadenscheinige Win-Win-Situation am Gaumen, mit vorgeschalteten Endlos-Diskussionen, vielleicht mit Tränen, hoffentlich ohne Blut. Meine Phantasie geht mit mir durch, ich übertreibe (wahrscheinlich).

Die Liebe geht durch den Magen.

Wäre es nicht reizvoll, den letzten Abend im intimen Kreise der Gefährtinnen/der Gefährten, mit einem „Feuerwerk am Gaumen“ zu starten, bevor man in das Häschen-Kostüm oder was auch immer steigt? Acht Minuten Brainstorming folgten. Wusstet ihr, dass diese augenscheinlich knapp bemessene Zeit ausreicht, um die meisten Ideen zu kreieren?

 

Also, wie müsste ein Bride-Baguette beschaffen sein?

 

# Ein formschönes, französisch anmutendes Baguette als Basis.

# Ein auf dem Baguette sorgsam aufgereihtes Salat-Bouquet, bestehend aus Rucola, Feldsalat und dem frech-witzigen Frisée.

# Die Gesamtkomposition muss auf jeden Fall „leicht“ anmuten, nicht dass am Ende das maßgefertigte Hochzeitskleid zu sehr spannt. Also, Sylter-Dressing ist Pflicht, allerdings in der Light-Variante mit nicht mehr als 15 % Fett. Man muss beim Essen quasi schlanker werden.

# Dann gerne eine fruchtig-exotische Note. Ein Confit aus frischer Mango, Pfirsich und Nektarinen, nur kurz mit Kokosblütenzucker in der Pfanne geschwenkt, vermag diesem Anspruch zu genügen.

# Tupfer von Mascarpone, auf denen Brom- und Blaubeeren thronen. Bestaunt von roten
Johannisbeeren, die sich um das Baguette räkeln.

# Zarte, gebratene Tranchen vom Innenfilet eines Bio-Hähnchens befriedigen die Fleischeslust an diesem Abend.

# Oben drauf der Abrieb einer Limette, außergewöhnliche Kresse und ein paar Rote-Bete-Sprossen.

 

 

Wie sähe der optimale Bachelor-Fladen aus?

 

# Das folgende Gedöns ließe sich auf einem herkömmliches Baguette statisch nicht ausrichten. Drum ist man mit einem ovalen Fladenbrot aus einer türkischen Bäckerei auf der sicheren Seite.

# Dieses wird zunächst im Backofen cross angebräunt, um dann mit einer ordentlichen Spur Knofi-Sauce, Knofi-Zehen, Knofi-Öl, etc. bestrichen zu werden.

# Das Ganze sollte wie ein „Obelix-Burger“ anmuten. Also eigentlich fehlt nur noch ein fladenbrot-bedeckendes Stück Fleisch, wie z.B. ein XXL-Schnitzel. Teile des Schnitzels haben wir in Tranchen geschnitten und auf dem Fladenbrot verteilt.

# Ein bisschen Grünzeug zumindest für’s Auge sollte sein, aber auf keinen Fall zu viel. Nicht dass bei der Auserkorenen die Idee aufkeimt, dass man zum Veganismus konvertieren könnte. Ein paar Salatherzen-Blätter sollten reichen.

# Ein kross gebratenes Potpourri aus verschiedenen Pilzen, roter Spitzpaprika und Zwiebeln lässt erkennen, dass die Zukünftige es nicht (nur) mit einem Höhlenmenschen zu tun hat.

# Dann erfolgt das Anlegen von roten und weißen Straßen, sprich: Chili-Ketchup, der sich mit weißer Pfeffer-Sauce kreuzt.

# Oben drauf eine Handvoll gecrunchter Wasabi-Nüsse und Röstzwiebeln. Fertig ist der Männertraum, als Stärkung für den dann folgenden letzten  Abend. Und wahrscheinlich das letzte Sandwich ohne Rucola.

 

In diesem Sinne: Guten Appetit! 

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